CHRONIK
Über 100 Jahre Fahrzeugbau

Alte Stellmacherwerkstatt um 1895

Mathias Wibbels, *1861 - †1920

Die Gebrüder Wibbels und der kleine Heinrich Niehoff

Heinrich Niehoff, *1904 - †1965

Heinrich Niehoff, geb. 1931

Heinrich (*1960) und Mathias (*1966) Niehoff


Im Jahre 1895 übernahm der Wagenbauer Mathias Wibbels, geb. 1861, von seinem Vater, dem Zimmermann Wilhelm Wibbels, in Füchtorf, Dorf 64, die bis dahin von ihm geführte Zimmerei.
Mathias Wibbels fertigte ab 1895 in dieser Werkstatt Stellmacher- und Wagenbauerarbeiten, unterstützt von seinen Brüdern Wilhelm und Heinrich, durch.
Die Ehe von Mathias Wibbels und seiner Ehefrau Luise, geb. Düpmeier, blieb kinderlos.
Im Jahr 1908 nahmen sie aus ihrer Verwandtschaft den 1904 geborenen Heinrich Niehoff an Kindes statt an.
Heinrich Niehoff wuchs im Hause Wibbels auf und erlernte nach seiner Schulzeit das Stellmacher- und Wagenbauerhandwerk wie sein Onkel Mathias.
1929 heiratete er Anna Sautmann aus Laer und übernahm von seinem inzwischen verstorbenen Onkel Mathias den Stellmacher- und Wagenbauerbetrieb. Hier wurden von nun an überwiegend die in der Landwirtschaft benötigten Ackerwagen sowie Federwagen gebaut. Später wurden auch Kutschwagen in das Programm aufgenommen.
In den Kriegsjahren wurden u.a. Fahrzeuge und Schlitten für die Wehrmacht gefertigt. Im Jahre 1942 wurde Heinrich Niehoff zum Wehrdienst eingezogen. Seine Frau Anna blieb mit den inzwischen vier geborenen Kindern allein und versorgte die Landwirtschaft. Die noch in Arbeit befindlichen Fahrzeuge wurden mit den im Betrieb verbliebenen Lehrlingen fertig gestellt. Dann ruhte der Betrieb bis 1945, als Heinrich Niehoff aus der Gefangenschaft zurückkehrte.
Sohn Heinrich, geb. 1931, begann im Jahre 1945 nach seiner Schulzeit die Lehre als Karosseriebauer bei der Fa. Hartmann in Warendorf.
Nach Absolvieren der staatlichen Wagenbauschule in Hamburg und seiner Tätigkeit als Techniker bei der Fa. Daimler Benz in Stuttgart wurde ab 1954 die Stellmacherei in einen Karosseriebaubetrieb umgewandelt. Es wurde auch ein erster Lehrling in Ausbildung genommen.
1958 wurde, da die Stellmacherei zu klein geworden war, gegenüber dem Wohnhaus und der Stellmacherei die erste Halle gebaut. Es wurden zunächst Verkaufswagen, Anhänger und verschiedene Sonderfahrzeuge gebaut.
Inspiriert durch die ländliche Reiterei wurde das Hobby "Pferd" zum Beruf gemacht.
Ab 1959 begann die Spezialisierung auf Pferdetransportfahrzeuge. Aufbauten, Anhänger und Sattelauflieger werden seitdem mit viel Liebe zum Pferd gebaut.
Ständig wurde der Betrieb den Bedürfnissen entsprechend erweitert. Eine Autolackiererei wurde eingerichtet, in der die Niehoff-Transporter ihr ansprechendes Aussehen und Ihre strapazierfähige Oberfläche erhalten.
Mit allen Erweiterungen stieg auch die Zahl der Mitarbeiter und die Produktion. Gefertigt werden alle Arten von Aufbauten und Anhänger mit Schwerpunkt Pferdetransporter in allen Ausführungen und Klassen.
In allen Bereichen stehen uns qualifizierte und gut geschulte Mitarbeiter zur Seite, die für konstant gleich bleibende Spitzenqualität sorgen.
Um den Nachwuchs bei Facharbeitern zu sichern, wird großer Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Ein großer Teil der jetzigen Mitarbeiter hat hier im Betrieb seine Ausbildung erhalten.
Dank der engen Beziehung zu Pferden legen wir von der Planung bis zur Fertigstellung besonderen Wert auf das Wohl und die Sicherheit der Pferde.
Spitzensportler und Weltmeister in allen Bereichen des Pferdesportes wissen die Qualität der Niehoff-Transporter zu schätzen. Auch im Ausland sind Niehoff- Transporter gefragt und so konnte bereits viel exportiert werden.
Im Jahre 1982 waren die Erweiterungsmöglichkeiten erschöpft und die erforderliche Ausdehnung nicht mehr möglich.
Die Verlagerung des Betriebes wurde geplant und durchgeführt. Im nahegelegenen Gewerbegebiet entstand die neue Produktionshalle mit einer Fläche von 1500 qm. Ebenso wurden die Verwaltungs- und Sozialräume geschaffen. Die Lackiererei im Betrieb ist großzügiger angelegt worden, so dass ein reibungsloser Arbeitsablauf möglich und genügend Abstellfläche vorhanden sind.
Im Jahre 2001 wurde auch die Lackiererei in das Gewerbegebiet in neue, moderne Räumlichkeiten verlegt. Im Jahre 2005 übertrug Heinrich Niehoff die Geschäftsführung an seine beiden Söhne Heinrich (geb. 1960) und Mathias (geb. 1966). Die Aufgabenbereiche wurden in technischen und kaufmännischen Teil gegliedert. Das Unternehmen wird somit im Sinne eines familiengeführten Betriebes weitergeführt.
Es ist auch weiterhin das Bestreben der Fa. Niehoff, Ihnen handwerkliche Qualität und Sicherheit in Verbindung mit größtmöglichem Komfort und technischem Fortschritt anbieten zu können.
Über 100 Jahre Fahrzeugbau sollen aber auch Dankbarkeit sein. Ein Dank an alle Mitarbeiter und Dank an unsere vielen treuen Kunden und langjährigen Geschäftsfreunde.
